Hans Stadlmair


Stadlmaie Cover groß

De Profundis

Fantasien und Interludien für Orgelmusik

 

Wenn wir in höchsten Nöten sein

Interludium I

In dich hab ich gehoffet, Herr

Interludium II

Lobet den Herren

Salve Regina (Cantus campanarum)

Interludium III

Hinunter ist der Sonnenschein

Jesus meine Zuversicht (Postludium)

 

Hans Stadlmair schreibt über diesen Orgel-Zyklus:

Der Tod dreier Freunde in kurzer Zeit hat mir die Nichtigkeit unseres Daseins wieder einmal schonungslos bewusst gemacht, so dass ich mir nur noch musikalisch zu helfen wusste. So kam es zur Komposition der Fantasien über Choräle, deren Inhalt die Unbeständigkeit unseres Lebens zum Ausdruck bringen.

Bald nach der Skizzierung der ersten Titel empfand ich die Notwendigkeit, Ruhepunkte zu setzen, quasi meditative Interpunktionen in Form von Interludien. So lässt sich beispielsweise am Ende des zweiten Zwischenspiels aus nebelig verschleierten Harmonien die Melodie „Es sungen drei Engel“ verfrüht tröstlich, zart erkennen. Die dritte Fantasie: „Lobet den Herren“ mündet trotzig, derb, vordergründig in den marianischen Hymnus „Salve Regina“, eine Art Glockengeläut. Rückerinnernd an meine Kindheit (Kriegszeit) waren Kirchenglocken immer mit Wohlbehagen, Geborgenheit, zugleich aber auch mit Hochgefühl und Feierlichkeit in Verbindung. Nach dem dritten Intermezzo zieht mit dem fünften Choral: „hinunter ist der Sonnenschein“ wiederholt Dunkelheit auf. Noch einmal sammeln sich alle Kräfte zu einem mächtigen Sturm bis hin zum Aufschrei: „Lass uns im Finstern tappen nicht“. Finsternis und Abgrund verwandeln sich in Trost: „Jesus, meine Zuversicht“. Hiermit endet das Werk.

 

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